Vom 6. bis 10. Juli 2026 fand in Pécs (Ungarn) der „Internationale Fortbildungskurs für Multiplikatoren der deutschen Minderheit 2026“ statt. Die Fortbildung brachte Vertreterinnen und Vertreter deutscher Minderheiten aus verschiedenen Ländern zusammen und bot eine hervorragende Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

Das Seminar war geprägt von praxisorientierten Inhalten, modernen Unterrichtsmethoden und innovativen didaktischen Ansätzen. Geleitet wurde die Fortbildung von den erfahrenen Referierenden Maria Frey, Sándor Jaszenovics und Annamária Molnár, die den Teilnehmenden zahlreiche neue Impulse für den Deutschunterricht vermittelten.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unterricht. Die Teilnehmenden lernten verschiedene KI-gestützte Anwendungen und digitale Werkzeuge kennen, mit denen Unterrichtsmaterialien erstellt, Unterrichtsstunden geplant und kreative Lernaufgaben entwickelt werden können. Dadurch wurde der methodische Werkzeugkasten aller Teilnehmenden um zahlreiche nützliche Apps und Internetplattformen erweitert.

Ein weiteres Highlight des Seminars war die Exkursion nach Mecseknádasd, wo sich die Teilnehmenden intensiv mit der Geschichte der Ungarndeutschen beschäftigten. Dabei wurde deutlich, dass ihre Geschichte viele Parallelen zur Ansiedlung der Deutschen im Russischen Reich aufweist. Auch in Ungarn wurden deutsche Siedler eingeladen, neue Gebiete zu erschließen und die Landwirtschaft weiterzuentwickeln. Für viele Familien, die sich eine Auswanderung bis nach Russland nicht leisten konnten, bot Ungarn eine neue Heimat.

Besonders interessant war die Gestaltung der Exkursion als interaktive Rallye mit verschiedenen Stationen. An jeder Station erwarteten die Teilnehmenden abwechslungsreiche Aufgaben, Teamarbeiten und kreative Aktivitäten. Dieses handlungsorientierte Konzept vermittelte nicht nur historisches Wissen auf anschauliche Weise, sondern lieferte gleichzeitig zahlreiche methodische Ideen, die sich unmittelbar im Deutschunterricht einsetzen lassen.

Die Fortbildung war eine wertvolle Bereicherung für alle Teilnehmenden. Sie bot neue fachliche Impulse, moderne digitale Werkzeuge, innovative Unterrichtsideen und inspirierende Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern. Die gewonnenen Erfahrungen werden künftig einen wichtigen Beitrag zur qualitativen Weiterentwicklung des Deutschunterrichts leisten.
Ekaterina Goldaevich
