Einer der wichtigsten Tätigkeitsschwerpunkte der Regionalstelle Fergana des DeKuZs Wiedergeburt ist nach wie vor die Umsetzung des Projekts „Häusliche Pflege“. Dabei geht es um die Bereitstellung alltäglicher Hilfe und Unterstützung für Angehörige der Generation der Zeitzeugen – Menschen deutscher Nationalität, die vor dem 1. April 1956 geboren wurden und schwere Prüfungen durchleben mussten: Repressionen, Verfolgung, das Leben unter Kommandantur. Das Projekt wird mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern (BMI) durchgeführt.
Das Projekt „Häusliche Pflege“ läuft das ganze Jahr über und betreut derzeit 10 Personen. Die Hilfe wird von zwei Sozialarbeitern geleistet, von denen sich jeweils um fünf Personen kümmern. Die Hausbesuche finden mindestens zweimal pro Woche statt, wodurch regelmäßig die gesamte erforderliche Hilfe geleistet werden kann.
Zu den Aufgaben der Sozialarbeiter gehören die Blutdruckmessung, der Einkauf von Lebensmitteln und Medikamenten, das Zubereiten von Mahlzeiten, das Waschen und Bügeln von Wäsche, die Reinigung der Wohnung, die Unterstützung bei der täglichen Pflege sowie die Bezahlung von Nebenkosten und anderen notwendigen Dienstleistungen.
Von besonderer Bedeutung sind menschliche Zuwendung, ein freundliches Wort und die Möglichkeit zum Austausch. Für die Zeitzeugen werden Aufmerksamkeit und regelmäßige Unterstützung zu einem wichtigen Bestandteil des Alltags. Daher erfordert die Arbeit der Sozialarbeiter nicht nur Verantwortungsbewusstsein und Gewissenhaftigkeit, sondern auch Geduld, Herzlichkeit und aufrichtigen Respekt gegenüber jedem Betreuten.
Das Projekt „Häusliche Pflege“, das vom Kulturzentrum der Deutschen in Usbekistan „Wiedergeburt“ umgesetzt wird, ist in erster Linie eine Fürsorge für die Generation der Zeitzeugen, deren Schicksale Teil der bewegten Geschichte des deutschen Volkes geworden sind. Es ist eine Würdigung ihres Lebensweges, die Bewahrung des historischen Gedächtnisses und ein Ausdruck von Menschlichkeit durch konkrete gute Taten.
A. V. Miller
